Bodenprobe: Anfrage an das Landesamt für Geologie & Bergbau I

Nachdem seit letzter Woche Freitag der Bericht der Baugrunduntersuchung vorliegt, indem der Hinweis zu eventuell historischem Bergbau gegeben wurde, möchten wir hierzu ein wenig genauer darauf eingehen.

Dieser Hinweis hat uns ein wenig erschrocken, wer will schon auf einem alten Stollen sein neues Haus bauen, so dass wir unmittelbar Anfragen an den Ortsbürgermeister, sowie das Landesamt für Geologie und Bergbau sendeten. Unser Ortsbürgermeister meldete sich auch unverzüglich und war selbst erschrocken, da er in seiner nun schon ziemlich lang andauernden Tätigkeit als Ortsbürgermeister, von bergbaulichen Einflüssen nichts gehört hat. Es gibt zwar in einer Entfernung eine historische Bergbauanlage, aber diese ist mehr als 5 Kilometer entfernt. Das beruhigte uns schon immerhin etwas. Heute kam dann endlich eine Nachricht vom Landesamt.

Aber…. statt einer einfachen Auskunft kam lediglich die Aufforderung eine Kostenübernahmeerklärung zu unterschreiben. Die genauen Kosten konnte man dabei jedoch nicht beziffern. O-Ton zwischen 50 und 500€. Das ist eine stolze Summe. Trotzdem habe ich mich nochmal auf die Suche gemacht und genauer recherchiert.

LGB Onlinekarte

LGB Onlinekarte

Im Baugrundgutachten sind unter anderem auch die Quellen Angegeben auf das sich das Gutachten stützt. Im Fall der bergbaulichen Einflüsse ist als Quelle eine Onlinekarte „Standortqualifizierung zum Bau von Erdwärmesonden angegeben. Klingt komisch macht aber Sinn (Erdwärmebohrungen in Gebieten mit ehemaligem Bergbau zu bohren ist unter Umständen ziemlich sinnlos)

Die Karte hab ich doch direkt mal gesucht und siehe da ich habe sie gefunden. Unterschieden wird die Karte in grüne und orangene Bereiche.

Grün = Unkritische Gebiete

Orange = Prüfgebiete (hier war unter Umständen mal Bergbau oder ähnliches)

Unser Grundstück liegt wie vermutet in einem grünen Gebiet, so dass wir theoretisch sogar ohne weiteres Erdwärme nutzen könnten. Die nächsten orange gefärbten Gebiete sind mindestens 2,5 Kilometer entfernt. Zusätzlich kann man mit Hilfe der „i“ Funktion der Karte noch Abfragen zu historischem Bergbau tätigen. Das Ergebnis meiner Abfrage ist, das ich im Umkreis von 30 Kilometern bei allen Punkten die ich angeklickt habe, immer den Hinweise auf historischem Bergbau bekomme. 🙂

Nachdem ich nun nachvollziehen kann auf welcher Grundlage dieser Hinweis in der Baugrunduntersuchung beruht, bin ich mehr als Entspannt und möchte noch einmal kurz zusammenfassen:

  • Die Karte ist gut, alle vorhandenen ehemaligen Bergbaugebiete sind eingezeichnet.
  • Die Funktion zur Abfrage  nach historischem Bergbau ist aus meiner Sicht fragwürdig. Demnach müsste bei jedem Bauvorhaben eine Anfrage an das Landesamt gestellt werden.
  • Die Kosten für die Anfrage an das Landesamt sind ziemlich weit gespannt und unpräzise.
  • Im Neubaugebiet stehen bereits seit einigen Jahren Häuser ohne das  jemals etwas bekannt geworden ist.
  • Der Gemeinde sind ebenfalls bis auf der in der Karte eingezeichneten Gebiete, keine weiteren bekannt.

Nachdem ich mit unserem Verkäufer und dem Architekten gesprochen habe und gefragt habe ob es reicht wenn die Gemeinde sagt das da kein Bergbau stattgefunden hat, habe ich die Anfrage bis auf weiteres zurückgezogen. Falls die Anfrage doch noch nötig sein sollte haben wir ja jetzt immerhin die richtige Adresse und wir wissen was wir alles mitschicken müssen. 😉

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Bodenprobe: Der Geotechnische Bericht ist da….

Geotechnischer Bericht

Geotechnischer Bericht

Am Freitag wurde uns der Geotechnische Bericht zugestellt. Voller Spannung öffneten wir den dicken Umschlag und lasen drauf los.

Tja was soll man sagen. Zum einen sollte man sich einen Duden oder ein Fremdwörterlexikon zur Hilfe nehmen und zum anderen… Es hätte schlimmer kommen können, aber gut ist es auch nicht wirklich. Aber eins nach dem anderen.

Da die Bodenplatte im Kaufpreis enthalten ist und durch Allkauf, beziehungsweise ein Unternehmen was durch Allkauf beauftragt wird , erstellt wird, wurde durch Allkauf das Bodengutachten in Auftrag gegeben. Die Kosten hierfür sind bereits im Preis enthalten. Allkauf beauftragte die Firma Clayton Umwelt-Consult GmbH mit der Durchführung der Baugrunduntersuchung und der Erstellung des geotechnischen Berichtes.

Zur Untersuchung der Untergrundorganisation wurden 2 Kleinrammbohrungen bis in eine Tiefe von 4,0m durchgeführt. Bei der zweiten Bohrprobe konnte nur bis 3,2m gebohrt werden, da hier die Felsverwitterungszone beginnt. Es wurden keine geruchlichen oder visuelle Auffälligkeiten festgestellt und es gibt keinen Hinweis auf Altlasten.

Bohrproben

Bohrproben

Die Oberbodenschicht ist ca. 0,6m stark danach folgt bis ca. 4,0m  Leichtplastischer Ton, steifer bzw. halbfester Konsistenz. Es wurde kein Stau-, Schichten- oder Grundwasser angetroffen. Nach Starkniederschlägen ist unter Umständen mit Auftreten von Stauwasser an Schichtgrenzen zu rechnen.

 

Gründungsskizze

Gründungsskizze

Nun geht es ans Eingemachte… die Gründungsempfehlung. Ausgangspunkt ist die durch uns beziehungsweise des Architekten festgelegte Höhe des Fertigfußbodens von 476,20m NN. Die derzeitigen Geländeoberkanten liegen zwischen 476,30m NN und 475,50m NN, es ist also ein leichtes Gefälle. Um homogene Bodenverhältnisse herzustellen ist der Einbau eines abgetreppten Bettungspolsters vorzusehen. Das Bettungspolster muss mindestens 30cm stark sein und würde in unserem Fall an der stärksten Stelle 80cm stark sein. Das ganze muss mit Material der Bodengruppe GW (G = Kies + W = weitgestufte Korngrößenverteilung) erfolgen. Der Einbau ist lagenweise dynamisch zu verdichten (dynamisch = mit einer Rüttelplatte(vibration) und nicht mit einer Walze (ohne Vibration)).

Das bringt mich zu folgender Frage, die ich auch prompt Allkauf und unserem Architekten gestellt habe. Wäre es nicht sinnvoller die Oberkante Fertigfußboden geringfügig abzusenken, damit in kauf nehmen das mehr Aushub produziert wird, aber im Gegenzug das einbringen des Materials für das Bettungspolster zu verringern!? Die Antworten stehen noch aus. Lediglich unser Verkäufer Herr Roidl hat sich Samstag Vormittag bereits per E-mail gemeldet.

Skizze Bodengutachten

Skizze Bodengutachten

Im Anschluss wird das Thema Wasserhaltung und Bauwerksabdichtung behandelt. Da wir aber ohne Keller bauen und wie bereits erwähnt kein Wasser gefunden wurde, ist dieser Abschnitt relativ unspektakulär, so dass wir das Kapitel überspringen und direkt zum nächsten Thema der „Frosteinwirkungen“ kommen. Unser Grundstück liegt in der Frosteinwirkungszone II, Gebiet 4. Danach ist von einer Frosteindringtiefe von1,05m auszugehen. Da die vorhandenen Böden sehr Frostempfindlich sind, sind Erdbau- und Gründungsarbeiten nur in einer stabilen, frostfreien Witterungsperiode durchzuführen. (Ich hoffe nicht das es im Juli Frost gibt 🙂 ) Der Einbau einer allseitig betonierten, nichtstatischen Frostschürze bis in die Tiefe von 1,05m ist vorzusehen. Alternativ ist der Einbau eines umlaufenden Frostriegels möglich, dessen Breite mindestens 1,05m betragen muss. Das Thema Frostschutz wird dann mit Sicherheit noch ein weiteres Thema werden.

Weiter gehts mit dem Thema Erdbau, in dem beschrieben wird, wie der Erdbau zu erfolgen hat. Da es sich hier aber um allgemeine Erdbauliche Bestimmungen handelt, gehe ich nicht weiter darauf ein und fahre mit dem nächsten Kapitel der „Versickerung“ fort. Aufgrund des gering wasserdurchlässigen Bodens kann eine gezielte Versickerung nicht erfolgen. Daher ist zu prüfen ob eine Niederschlagswassernutzung mit Hilfe einer Zisterne oder die Zuleitung zu einer zentralen Versickerungsanlage erfolgen kann. Hier bin ich mir auch noch nicht so ganz schlüssig was das genau für uns bedeutet.

Die beiden letzten Punkte beschäftigen sich zum einen mit dem Thema Erdbeben, hier sind wir verschont und zum anderen mit dem Thema Bergbauliche Einflüsse. Gemäß vorliegender Informationen existieren Hinweise auf historischen Bergbau und eine Anfrage an das Landesamt für Geologie und Bergbau in Rheinland-Pfalz bzw. die Ortsgemeinde muss seitens des Bauherren erfolgen. Na das hab ich doch auch gestern prompt gemacht. Mal schauen was das Landesamt dazu sagt. Unserem Bürgermeister ist im Bereich des Neubaugebietes nichts bekannt, sondern lediglich in ca. 5km Entfernung.

Zum Abschluss gibt es noch ein paar Hinweise und Empfehlungen unter anderem das nach fachgerechter Umsetzung der Gründungsvorgaben weitere Kontrollprüfungen durchzuführen sind. Freundlicherweise lag dem Gutachten auch direkt das Formular für Zusatzleistungen anbei wonach wir auf ungefähr 700€ kommen würden. Mal schauen wie es hier weitergeht zu guter letzt sei gesagt….

Es geht voran !!!

 

Bodenprobe: Es tut sich etwas…

Gestern Abend sind wir noch schnell am Grundstück vorbei gefahren um nach dem rechten zu schauen.

Und siehe da…. Man sieht deutliche Fußspuren im inzwischen ziemlich hohen Gras. Da musste ich doch direkt mal schauen was sich da getan hat. Anscheinend wurden die Bodenproben gezogen. Damit haben wir zwar gerechnet, aber es ist trotzdem ein schönes Gefühl an unser Grundstück zu fahren und festzustellen das sich etwas getan hat.

Jetzt sind wir auf das Ergebnis gespannt und was uns hier für Überraschungen erwarten.

Foto 1 (1)

So sieht dann wohl ein Bohrloch aus.

Foto 2 (1)

Es hat sich etwas getan.